Was macht man über Ostern, wenn tanzen nicht drin ist *hust*? Ich für meinen Teil habe mich (trotz des mitgebrachten Unikrams) fürs Lesen entschieden. Beim karsamstäglichen Einkauf stieß ich dann auch in der (miserabel ausgestatteten) Schreib- und Lesewarenabteilung auf das folgende Buch:
(Verlag S. Fischer, 2010, 223 Seiten, 14,95€)
Etikettenschwindler, Zahlenjongleure, Kinderfänger, Wachstumsfetischisten, Heilsversprecher, vermeintliche Traditionsindustrialisten - diese Art Menschenschlag trifft man im Buch von Thilo Bode, dem Gründer der Verbraucherorganisation foodwatch,einer sympathischer denn jeder andere vor ihm. Für mich persönlich, die sich schon eine ganze Weile lang mit Nahrung und der dazugehörigen Wirtschaft beschäftigt, waren jetzt nicht die großen neuen Erkenntnisse dabei.
Trotzdem erfährt man auf den knapp 200 Seiten (angehängt ist noch ein ausführliches Quellenverzeichnis) einige Geschichten und Hintergrundinfos, die man dann in dieser Detailgenauigkeit noch nicht kannte. Der Stil ist dabei erfrischend in der Wortwahl und Strukturierung, sodass dieses Buch ein gut unterhaltender Wochenendbegleiter ist - wenn auch mit makaberem Inhalt (aber wer gruselt sich nicht ab und an gerne mal).
Das letzte Kapitel ist leider ziemlich redundant - viele der im Hauptteil erwähnten Ereignisse, Praktiken und Produkte werden hier noch einmal aufgeführt. Gerade wenn man das Buch so gut wie ohne Unterbrechung durchliest, ist das etwas nervtötend. Aber das kann man dann ja auch überspringen.
Auch wenn man nicht der hundertprozentig gleichen Meinung wie der Autor ist (sowas ist aber eh eine erschreckende Vorstellung), handelt es sich hierbei um ein höchst informatives und kurzweiliges Machwerk für den geneigten Leser, der in die Thematik gerade erst einsteigt und einen Überblick gewinnen will - oder aber auch für den alten Hasen, der dann wieder mal feststellen kann: Ja, dieses unseres Wirtschaftssystem ist tatsächlich so abgrundtief verabscheuenswert, wie ich es glaubte, seit ich mich mit dem Thema auseinander setze.
P.S.: Ich werde wohl die nächste Zeit weniger zum Bloggen kommen, da mich mein Studium und alles drumherum gerade ziemlich einspannen, aber Unkraut ist nicht totzukriegen - Tofu härtet ab ;)
Alles Halbgare, was mich aktuell beschäftigt und raus muss. Nämlich jetzt. Hier. Also meine persönliche kleine Müllhalde und alle sind zum Spielen eingeladen.
Posts mit dem Label Wirtschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wirtschaft werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Donnerstag, 28. April 2011
Samstag, 23. April 2011
Moloch Monsanto
Wer sich mit der Nahrungsmittelindustrie und Landwirtschaft dieser Welt beschäftigt, wird zwangsläufig mehr als einmal die Wege dieses multinationalen Monsterkonzerns kreuzen.
In diesem Dokumentarfilm von Marie-Monique Robin wird die kompromisslose Maschinerie eines Unternehmens aufgezeigt, dass die Gefahr auch nur einen Dollar nicht zu verdienen, höher bewertet als tausende von Menschenleben. Aber was soll man von den Herstellern von Agent Orange auch schon erwarten. Auch andere Erzeugnisse des Unternehmens sind nicht minder gefährlich.
Wer dann noch auf die Politik hofft, die durch Gesetze und Vorschriften regulierend eingreifen wird, der hat noch immer nicht verstanden, das Gesetze nur das Kapital und diejenigen, die es besitzen, schützen.
In diesem Dokumentarfilm von Marie-Monique Robin wird die kompromisslose Maschinerie eines Unternehmens aufgezeigt, dass die Gefahr auch nur einen Dollar nicht zu verdienen, höher bewertet als tausende von Menschenleben. Aber was soll man von den Herstellern von Agent Orange auch schon erwarten. Auch andere Erzeugnisse des Unternehmens sind nicht minder gefährlich.
Wer dann noch auf die Politik hofft, die durch Gesetze und Vorschriften regulierend eingreifen wird, der hat noch immer nicht verstanden, das Gesetze nur das Kapital und diejenigen, die es besitzen, schützen.
Dienstag, 19. April 2011
Unser täglich Gift
Der Themenabend "Wenn Essen krank macht" ist zwar schon eine Weile her auf Arte, aber an seiner Aktualität ändert dies natürlich überhaupt nichts.
Mit "Unser täglich Gift" hat Marie Monique Robin einen großartigen Dokumentarfilm über unsere industrialisierte Nahrungswelt geschaffen. Ein Film, der ohne große Effekte auskommt, unaufdringlich ist - dafür aber umso eindringlicher.
Gerade die unaufgeregte Art spiegelt die vermeintliche Normalität hinter all diesem Irrsinn wieder, denn irgendwas läuft verkehrt, wenn die Industrie der Wissenschaft vorgibt, was gut und richtig ist, wenn das Kapital über den Verstand siegt und wenn Behörden nur Handlanger der Firmen sind.
Wer an seiner Ernährung (und im weiteren Kontext auch der Wirtschaft) interessiert ist, nicht nur um Tierleid zu vermeiden, sondern auch um sich selbst Gutes zu tun, der sollte diesen Film gesehen haben.
Mit "Unser täglich Gift" hat Marie Monique Robin einen großartigen Dokumentarfilm über unsere industrialisierte Nahrungswelt geschaffen. Ein Film, der ohne große Effekte auskommt, unaufdringlich ist - dafür aber umso eindringlicher.
Gerade die unaufgeregte Art spiegelt die vermeintliche Normalität hinter all diesem Irrsinn wieder, denn irgendwas läuft verkehrt, wenn die Industrie der Wissenschaft vorgibt, was gut und richtig ist, wenn das Kapital über den Verstand siegt und wenn Behörden nur Handlanger der Firmen sind.
Wer an seiner Ernährung (und im weiteren Kontext auch der Wirtschaft) interessiert ist, nicht nur um Tierleid zu vermeiden, sondern auch um sich selbst Gutes zu tun, der sollte diesen Film gesehen haben.
Abonnieren
Posts (Atom)
